Mit ‘Organisation’ getaggte Artikel

Sind Sie ein Aufschieber? – Tipps für stressfreie Produktivität

10. September 2010

Sitzen Sie oft an Ihrem Computer und aktualisieren zum x-ten Mal Ihre Facebook-Seite, lesen die neuesten Nachrichten, checken ständig Ihre E-Mails, trinken Kaffee …? Wären Sie gerne produktiver, aber lassen sich leicht ablenken? Verschieben Sie notwendige aber unangenehme Arbeiten immer wieder, statt sie endlich zu erledigen?

Das lässt sich ändern. Hier sind ein paar hilfreiche Tipps von Experten gegen Aufschieben bzw. Prokrastination:

Merlin Mann schlägt die (10+2)*5-Regel vor. Arbeiten Sie für 10 Minuten, in denen Sie sich ausschließlich auf eine Aufgabe konzentrieren. Wenn die 10 Minuten um sind, gönnen Sie sich eine zweiminütige Pause, in der Sie tun können, was Sie wollen z.B. Surfen im Internet, Kaffee trinken. Tun Sie dies insgesamt fünf Mal – 10 Minuten Arbeit, zwei Minuten Pause usw.

Auf seiner Webseite erklärt John Perry wie strukturiertes Aufschieben nützlich sein kann. Strukturiertes Aufschieben bedeutet, dass Sie die Struktur Ihrer Aufgaben in einer ganz bestimmten Art und Weise gestalten.
Die Liste Ihrer Aufgaben die Sie im Kopf haben ist nach Wichtigkeit sortiert. Die dringensten Aufgaben erscheinen normalerweise an der Spitze. Aber es gibt auch lohnenswerte Aufgaben, die sich weiter unten auf der Liste befinden. Das Durchführen der Aufgaben unten auf der Liste ist ein Weg, die Dinge, die weiter oben auf der Liste stehen nicht zu tun. Das heißt, auch als Aufschieber sind Sie in der Lage, viele Dinge erledigen, wenn auch nicht die, die oben auf der Liste stehen und wichtig sind.
Aufschieber folgen oftmals genau dem falschen Weg. Sie versuchen Ihre Verpflichtungen zu minimieren, weil Sie annehmen, dass Sie alle Dinge erledigen werden, wenn es nur wenige sind. Laut John Perry funktionert das allerdings nicht, da die Aufgaben, die noch auf der Liste stehen nun die wichtigsten sind. Die einzige Möglichkeit diese Aufgaben zu vermeiden, ist nichts zu tun. Damit wird der Aufschieber zum faulen Stubenhocker.
Ändern Sie also Ihre Liste und setzen Sie die richtigen Projekte an den Anfang Ihrer Liste.

Ein gutes Buch, das bei der Organization Ihrer täglichen Aufgaben helfen kann ist „Getting Things Done“ von David Allen (ISBN 978-014-200028-1). Der Autor gibt u.a. hilfreiche Tipps zu den Themen Zeitmanagement, stressfreie Produktivität und Organisation.

Weitere Informationen über Prokrastination finden Sie auf Wikipedia, auf 43folders.com oder auf stevepavlina.com.

Guerilla-Marketing für NPOs mit Hilfe von Facebook, Youtube und traditionellen Medien

11. Mai 2010

Die Non-Profit-Organisation (NPO) Greenpeace ist bekannt für Guerilla-(Marketing-)Aktionen. Die Organisation rief unlängst dazu auf, die Firma Nestlé zu boykottieren. Greenpeace-Aktivisten unterwanderten u.a. die Facebook-Fanseite und bombardierten Nestlé mit Aufrufen, die Verwendung von Palmöl zu stoppen.
Hintergrund der Greenpeace-Aktionen ist die Verwendung von Palmöl in Nestlés Lebensmitteln. Laut Greenpeace wird für den Anbau von Palmöl in Indonesien wertvoller Regenwald zerstört, wodurch bedrohte Tierarten, wie z.B. der Orang-Utan, ihre Lebensgrundlage verlieren. Nestlé sicherte zwar anlässlich seiner Jahreshauptversammlung zu, sich für einen Stopp der Regenwaldabholzung einzusetzen. Laut Greenpeace hat sich jedoch noch nichts geändert.

Es ist toll, wie einfach Firmen in den sozialen Netzwerken (Social Media) im Internet Fans finden. Diese Fans verfolgen genau, was die Firma macht – und das sogar freiwillig. Fanseiten auf Facebook können innerhalb von Minuten eingerichtet werden. Die Firma oder Organisation kann dort die neuesten Meldungen veröffentlichen, etwa wenn ein neues Produkt an den Start geht. Diese Meldungen können auch kommentiert werden, Fans können ebenfalls Fotos und Videos hochladen.
Dies ist aber auch eine heikle Angelegenheit, denn die Sympathie der Anhänger kann schnell ins Gegenteil umschlagen. Dies kann passieren, wenn die Firma oder Organisation nicht genau das tut, was sie ihren Fans verspricht. Oder auch, wie im Falle von Nestlé, wenn eine andere Gruppe zum Boykott aufruft und die Facebook-Fanseite quasi unterwandert.

Auch mit einem einem Youtube-Video gegen die Verwendung von Palmöl machte Greenpeace auf sich aufmerksam. Dieses Video und andere wurde über Facebook und andere soziale Netzwerke weiterverbreitet.

Während des jährlichen Treffens der Nestlé-Aktionäre in Lausanne in der Schweiz im April protestierten Greenpeace-Aktivisten vor dem Gebäude in Orang-Utan-Kostümen. Auch Plakate wurden angebracht, um die Aktionäre auf die Problematik auf merksam zu machen.

Eine weitere kreative Guerilla-Aktion der Greenpeace-Aktivisten war der Protest im April vor der Nestlé-Zentrale in Frankfurt, wo auf einer Großbildleinwand Twittermeldungen, die im Greenpeace-Kanal eingingen, in Echtzeit übertragen wurden.

Nun haben die Greenpeace-Aktivisten, die bislang eher auf die sozialen Medien im Internet setzten, zu einem eher traditionellen Marketing-Instrument gegriffen: In verschiedenen Städten Deutschlands wurden die bekannten Kitkat-Schokoriegel der Firma Nestlé mit Aufklebern beklebt, auf denen ein Orang Utan um Hilfe ruft. Diese Aktionen führten zu einer Reaktion der Tageszeitungen, was zur Folge hat, dass auch diejenigen, die von den Greenpeace-Protesten bislang noch nichts gehört hatten, informiert wurden.
(Bericht in den Halle-Nachrichten, Bericht im Donaukurier, Bericht in food-news, Bericht in der Welt Online)

Dies zeigt, dass sich Guerilla-Marketing mit Hilfe neuer Medien wie Facebook und Youtube mit eher traditionellerem Guerilla-Marketing, wie Proteste vor Firmengebäuden und das großflächige Verteilen von Aufklebern gut verbinden lässt. Die Verbindung hat den Vorteil, dass diejenigen, denen die sozialen Netzwerke im Internet noch fremd sind und die deshalb nichts von der vorangegangenen Facebook- und Youtube-Aktion mitbekommen haben, ebenfalls auf die Problematik aufmerksam gemacht werden.

Als Firma sollte man immer daran denken, dass das Internet nichts vergisst und mittlerweile Massen damit angesprochen werden. In Zukunft werden Unternehmen hoffentlich fähigere Mitarbeiter für Marketing, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit/PR in den sozialen Netzwerke einsetzen, damit auf solche Aktionen intelligenter reagiert werden kann. Für Nestlé ist zu spät: Nestlés Vertrauenswürdigkeit ist dahin und Greenpeace hat es vermutlich geschafft, die Reputation der Firma und der Marke Nestlé langfristig zu schädigen – Imageschäden lassen sich schwer reparieren.


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