Mit ‘iPad’ getaggte Artikel

iPad marketing vs. WePad marketing

29. April 2010

Viele Dinge die bei jedem Laptop als Standard gelten sind bei Apples iPad nicht vorhanden. So z.B. USB- oder Bildschirm-Anschlüsse, Multitaskingfähigkeit oder Unterstützung von Flash. Das deutsche WePad kann mit all diesem und noch viel mehr aufwarten. Sollte Apple also langsam Angst bekommen?

Die WePad GmbH, die das WePad vertreibt ist ein Gemeinschaftsprojekt der Neofonie GmbH und der 4tiitoo AG. Der Verkauf des WePad soll diesen Sommer starten – deutlich günstiger als das iPad: 570€ für das WePad 3G mit 32GB, das iPad 3G mit 32 GB wird um die 730€ kosten. Die Akkulaufzeit liegt mit sechs Stunden zwar unter der des iPad mit 10 Stunden. Jedoch ist das Display des WePad größer als das des Apple iPad, es hat einen schnelleren Prozessor, mehr Arbeitsspeicher und sogar eine Webcam, die dem iPad komplett fehlt.

Dies klingt alles so, als könnte das WePad das iPad jederzeit mit Leichtigkeit übertrumpfen. Als die WePad GmbH das WePad jedoch zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentierte, glaubten alle an einen Scherz, da auf dem Gerät nur eine Video-Präsentation ablief. Der Andrang zur ersten Präsentation war gewaltig – die Enttäuschung oder Verwirrung davor und danach ebenfalls. Der Pressetermin war schlecht vorbereitet und das Gerät um das es ging wurde erst ein paar Minuten vor Beginn der Pressekonferenz angeliefert.

Oder war das Disaster bei der Präsentation nur ein Publicity Stunt der Firma WePad GmbH? Nein, bestimmt nicht, wie ein Video der eigenartigen WePad-Vorstellung in Berlin zeigt – inklusive Fehlermeldung bei 1:31.. Denn diese PR-Katastrophe hat die Vorfreude auf das WePad doch sehr getrübt.

WePad’s Geschäftsführer setze bislang vor allem auf soziales Marketing. Auf Facebook werden alle Neuigkeiten der Firma sofort gepostet und auch die Webseite http://www.wepad.mobi weisst auf soziale Netzwerke hin. So sind bei Facebook bereits über 19.800 Leute eingetragen, denen das WePad gefällt. Fans eines Geräts, dass noch nie jemand in Händen gehalten hat. Woran erinnert uns das? Vielleicht ein klitzekleines bisschen an die Marketingstrategien von Apple?

Was wird aber aus den Fans, wenn die Firma so weitermacht mit Ihrer Öffentlichkeitsarbeit? Am Ende wenden sich ehemals begeisterte Fans gegen die Marke – noch bevor das WePad überhaupt auf den Markt kommt.

Die beiden Geschäftsführer der WePad GmbH stellten ihr Gerät jedenfalls nocheinmal den Bloggern und der Presse vor – diesmal funktionierte es.

Es besteht also noch Hoffnung, dass die mittelständische Firma WePad GmbH mit dem WePad  doch noch den absoluten Knüller landet und das iPad von Apple aushebelt. Eine Alternative zum iPad, auf dem ja nur Apple Software läuft, ist es mit der OpenOffice-Suite auf jeden Fall.

Apples Marketing – Ist das iPad wirklich so toll?

15. April 2010

Apples iPad ist nicht der erste Tablet-PC. Es tut nichts, was andere Geräte nicht auch tun und die tun es meist sogar noch besser: Das iPad hat keinen USB-Anschluss, kein Keyboard oder eine Maus. Das iPad kann auch nicht mehrere Dinge gleichzeitig. Dafür kann man es einhändig halten, auf den Schoß legen oder weitergeben. Das Tippen auf dem Gerät fühlt sich an, als würde man mit gefrorenen Fingern tippen, es hat nicht einmal eine Kamera, dafür aber ein tolles Design. Der einzige Browser, den das iPad hat ist Safari und es hat kein besonderes System für die Datenablage . Dafür hat es eines der weltbesten Displays mit Multitouch-Technologie. Das iPad hat nicht besonders viele Funktionen (es hat nicht mal Flash), dafür hat es gute Batterien, mit denen man mit einmal laden 10 Stunden lang im Netz surfen kann.

Apples Produkte sind simpel. Der iPod war nicht der erste mp3-Player, aber er macht es einfach, Musik zu hören. Mit dem iMac wurde es einfach, das Internet zu nutzen. Mit dem iPhone wurde es denkbar einfach, Internet, Telefon, Filme und Musik in der Tasche herumzutragen. Die Produkte sprechen damit eher die breite Masse an, als Technik-Freaks. Das kann man auch daran sehen, dass Apple eher auf Fersehwerbung setzt, als auf Social Media-Marketing, was eher die Technik-Freaks anziehen würde.

Apple veranstaltet keine Fokusgruppen, fragt die Kunden nicht was sie wollen. Stattdessen sagt Apple den Kunden, was sie haben wollen.

Apple kreiert neue Nischen und dominiert diese von Anfang an, wogegen Konkurrent Microsoft in etablierte Märkte eindringt und diese auf brutale Art und Weise übernimmt. Apples Produkte bestehen aus einer Mischung aus Produkten, die selbst Nischenprodukte sind. Auch im iPad ist ein bisschen von vielen verschiedenen Produkten zu finden: etwas mp3-Player, etwas Netbook, etwas Tablet-PC und etwas e-Book-Reader. Das iPad kann tatsächlich nicht mit etwas verglichen werden, da es nichts Vergleichbares gibt.

Und wer einmal ein Apple Produkt gekauft hat, tut sich schwer, von der Marke wieder loszukommen. Denn wer auf andere Produkte wechseln will, verliert alles was er bislang gekauft hat oder muss viel Geld hinlegen.

Aber welches Unternehmen schafft es schon, Kunden dazu zu bringen, sich für den Kauf eines Produktes Stunden lang anzustellen – ein Produkt, das sie noch nie zuvor in Händen gehalten, gesehen oder benutzt haben?!

Das iPad ist keine Revoultion – aber sicher etwas anderes als ein normaler Laptop. Es ist gut geeignet, um Inhalte zu konsumieren, aber nicht zum Erstellen von Inhalten. Apple verschiebt den Schwerpunkt vom Erstellen von Inhalten zum reinen absorbieren und konsumieren und verwandelt die Nutzer damit in reine Konsumenten.

Test der firmeneigenen Produkte als virale Marketingkampagne

12. April 2010

Die Firma Blendtec aus West Orem in Utah (USA),  die Mixer, Rührgeräte, Küchenmaschinen und Mühlen für den kommerziellen, sowie den privaten Gebrauch herstellt und vertreibt,  ist sehr erfolgreich mit ihrer viralen Marketingkampagne “Will it blend?”.

Die Firma betreibt eigene Webseiten (www.blendtec.com, totalblender.com), ist aktiv auf Twitter (twitter.com/blendtec) und Facebook (www.facebook.com/BlendTec), hat eigene YouTube-Kanäle (www.youtube.com/user/Blendtec, www.youtube.com/user/InsideBlendtec) und betreibt einen Video-Blog (www.blendtec.com/willitblend). Die Firma stellt für Kunden und Interessierte auch Rezepte und “Healthy Eating”-Tipps über die eigene Webseite, sowie Facebook online.

Auf dem firmeneigenen Video-Blog mit dem Namen “Will it blend?” (zu deutsch: Lässt es sich mixen?) wird getestet, welche Produkte sich in den firmeneigenen Mixern zerkleinern lassen. Tom Dickson, der Gründer von Blendtec, schmeisst dabei in jedem Video ein oder mehrere Produkte in den Mixer. Bücher,  Softairwaffen, Laserpointer, Kameras, Camcorder, Gemälde,  Autoteile, Leuchtstäbe, Ski aber auch Obst, Gemüse und sonstige Lebensmittel. Die Blendtec-Geräte zerkleinern dabei scheinbar alles, bis nur noch Staub übrig bleibt. Dickson zerkleinerte schon iPhones  – das YouTube-Video der Zerkleinerung des iPhone wurde bislang über 8 Millionen mal aufgerufen, immerhin fast 4,5 Millionen Besucher schauten sich die Zerkleinerung des iPhone3G an. Besonders erfolgreich ist das neueste Video der Firma, das die Zerkleinerung des neuen Apple iPad zeigt. Das Video wurde erst am 5. April online gestellt, hat aber jetzt schon fast 3 Millionen Aufrufe zu verzeichnen.

Alle “Will it Blend?”-Videos der Firma sind dabei nach dem selben Schema aufgebaut und enthalten den Firmennamen, was den Wiedererkennungswert erhöht. Die “Will it blend?”-Kampagne läuft sehr erfolgreich seit 2006. Die Firma konnte seit Beginn der Kampagne einen deutlichen Umsatzzuwachs verzeichnen. Mittlerweile gibt es für die Kampagne sogar eine  eigene Seite auf Wikipedia (en.wikipedia.org/wiki/Will_It_Blend).


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