Archiv für die Kategorie ‘Kreativitätstechniken’

Ideenfindung und Kreativitätstechniken III: Mindmapping

11. März 2012

Mindmaps lassen sich immer und überall erstellen. Sie brauchen dazu nur Stift und Papier. Die Methode ist einfach, schnell zu erlernen und kann universell eingesetzt werden.

Mindmap 1

Mindmap zum Thema “Sonne”

Beim Anlegen einer Mindmap wird das Prinzip der Assoziation angewendet. Dabei ist ein freier Gedankenfluss sehr wichtig.

Mit Hilfe von Mindmaps können die verschiedensten Themen visuell dargestellt werden. Das kann zum Planen sehr hilfreich sein oder einfach nur beim Mitschreiben.

Wichtig ist, beim Anlegen von Mindmaps weißes Papier (also ohne Linien oder Kästchen) im Querformat zu verwenden. Da Mindmaps riesige Ausmaße annehmen (können), verwenden Sie am besten gleich ein großes Stück Papier (z.B. A3).

Schreiben Sie das Thema in die Mitte. Wenn möglich, zeichnen Sie den Begriff daneben. Versuchen Sie auch bei abstrakteren Themen eine kleine Skizze neben den Begriff zu setzen – das prägt ein.

Von der Mitte ausgehend wird für jeden Unterpunkt eine Linie gezeichnet. Schreiben Sie die Schlüsselworte zu den Unterpunkten auf die Linien. Am besten mit Großbuchstaben/ Druckbuchstaben – das erhöht die Lesbarkeit. Überlegen Sie dabei nicht allzu lange, sondern schreiben, was Ihnen als erstes in den Sinn kommt.

Ausgehend von den Linien mit den Unterpunkten zeichnen Sie Linien, die von den Unterpunkten abzweigen. Die Unterpunkte werden also untergliedert. Von diesen Linien gehen nun wieder Linien aus usw.

Arbeiten Sie mit verschiedenen Farben. Das erhöht die Übersichtlichkeit. Sie können z.B. für jedes Hauptthema eine andere Farbe verwenden. Zusammenhängende Gedanken und Ideen können ebenfalls mit derselben Farbe markiert werden.

Mit Hilfe von zusätzlichen Anmerkungen können Sie Inhalte und Prozesse erläutern.

Arbeiten Sie auch mit Symbolen. Das macht es einfacher, den Inhalt zu erfassen. Skizzieren Sie z.B. Pfeile, geometrische Formen, Ausrufezeichen, Fragezeichen oder sonstige Bilder.

Um den freien Gedankenfluss zu gewährleisten, sollten Sie nicht lange überlegen, um einen Zweig zu vervollständigen. Das können Sie später immer noch tun, wenn Sie die Mindmap nochmals skizzieren.

Mindmap 2

Mindmap zum Thema “Garten”

Vorteile einer Mindmap

  • Das Hauptthema kann sehr schnell erfasst werden. Probleme können vereinfacht und damit leicht verständlich dargestellt werden. Man kann sich durch die Verwendung von einigen Schlüsselwörtern auf das Wesentliche konzentrieren.
  • Durch die Verästelung wird eine Strukturierung vorgenommen ebenso wie eine Hierarchisierung.
  • Durch die grafische Darstellung können Lücken leicht erkannt werden.
  • Eine Mindmap kann immer weiter wachsen.
  • Ideen, die zusammen gehören können mit Hilfe von Farbe leicht sichtbar gemacht werden.

Ich persönlich finde es am einfachsten, Mindmaps auf Papier anzulegen, da hier die Gedanken freier fließen können und nicht vom Computer eingeschränkt werden. Fertige Mindmaps können leicht vom Papier in den Computer übertragen werden. Dazu gibt es sowohl kostenpflichtige, als auch kostenlose Software. Dazu bald mehr in einem separaten Artikel.

Seien Sie gewarnt, Mindmapping kann schnell zur Sucht werden. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, werden Sie immer effektiver im Erstellen von Mindmaps und erstellen womöglich zu allen Ihren Problemen eine Mindmap. Eine Mindmap an sich löst aber noch nicht das ursprüngliche Problem.

Mindmaps sind sehr individuell. Sie sind quasi ein Abbild Ihrer Gedanken. Sie können zwar zu neuen Ideen anregen, aber nicht Ihre Gedanken ersetzen. Die eigentliche Bedeutung einer Mindmap erschließt sich nur für denjenigen, der sie erstellt hat. Wenn Sie also Mindmaps von anderen verwenden, lassen Sie sich diese ganz genau erklären.

Komplizierte Sachverhalte können mit Mindmaps einfach dargestellt werden und auf Schlüsselbegriffe reduziert werden. Hinter diesen Schlüsselbegriffen verstecken sich dann Probleme, die auf der Mindmap nicht sichtbar werden. Zudem wird eine Ordnung suggeriert, die vielleicht gar nicht vorhanden ist. Seien Sie also auf der Hut.

Hier noch ein  Video zum Thema Mindmapping mit Tony Buzan, dem Erfinder der Mindmap

Ideenfindung und Kreativitätstechniken II – So lassen Sie Kreativität zu: 16 Tipps für die kreative Problemlösung

12. Oktober 2010

Lassen Sie Kreativität in Ihrem täglichen (Arbeits-)Leben zu. Beachten Sie dabei folgende Tipps:

  1. Probieren Sie verschiedene Dinge aus.
  2. Wecken Sie bei anderen (z.B. Ihren Mitarbeitern) die Bereitschaft, Neues auszuprobieren. Routine killt Kreativität, da keine Notwendigkeit besteht, bei Routineaufgaben kreativ zu sein.
  3. Lassen Sie sich auf Aufgaben ein und seien Sie neugierig. Selbstzufriedenheit, Gleichgültigkeit und Desinteresse lähmen die Kreativität.
  4. Kalkulieren Sie Fehlschläge, Fehler oder Irrtümer ein.
  5. Grenzen Sie kreative Sitzungen von Ihrer alltäglichen Arbeit ab.
  6. Sorgen Sie für ein entspanntes Klima, damit sich kreative Einfälle entfalten können. Vermeiden Sie schlechte Rahmenbedingungen, wie z.B. ein Kreativitätsmeeting im Büro oder direkt vor dem Essen.
  7. Vermeiden Sie ungünstige Unternehmensstrukturen, z.B. wenn die Voraussetzungen fehlen, um kreative Neuerungen aufzunehmen oder wenn Transparenz und interne Kommunikation schlecht sind oder ganz fehlen.
  8. Schärfen Sie Ihre Aufmerksamkeit und betrachten Sie Dinge unvoreingenommen. Erwartungsdenken (set thinking) macht blind für Abweichungen.
  9. Das Problem an sich sollte im Vordergrund stehen.
  10. Verfolgen Sie Ihre Ziele hartnäckig und bleiben Sie an Ideen dran. Eine Idee zu haben heisst nicht, dass diese auch brauchbar ist. Ideen müssen zuerst ausgearbeitet werden, was dauern kann.
  11. Konzentrieren Sie sich auf eine Idee und arbeiten Sie diese aus.
  12. Setzen Sie Vertrauen in sich selbst und auch in Ihre Mitarbeiter. Mangelndes Selbstbewusstsein verhindert Kreativität, denn wer sich nichts zutraut geht auch kein Risiko ein und ist von vornherein überzeugt, zu scheitern.
  13. Ruhen Sie sich nicht auf Ihren Erfolgen aus. Verfolgen Sie stattdessen Entwicklungen und Trends.
  14. Schalten Sie Konkurrenzdruck aus. Konkurrenzdruck erschwert die Zusammenarbeit und Kommunikation und damit kreatives Arbeiten.
  15. Bieten Sie Ihren Mitarbeitern keine Belohnungen an. Belohnungen erwecken nur das Interesse an der Prämie, statt an der Problemlösung.
  16. Arbeiten Sie nicht unter Zeitdruck. Planen Sie stattdessen genug Zeit ein und machen Sie Pausen. Zeitdruck kann für Kreativität tödlich sein, denn Ideen brauchen Zeit um zu reifen.

 

Ideenfindung und Kreativitätstechniken I – Brainstorming

1. Oktober 2010
Brainstorming

Image via Wikipedia

Mit Kreativitätstechniken und kreativer Problemlösung können Sie Ihrer Kreativität auf die Sprünge helfen. Sie fördern damit Ihre Gedanken und können so neue Ideen entwickeln, die Ihnen widerum bei der Lösung Ihrer Probleme helfen können.

Es gibt hunderte von verschiedenen Techniken. Einige davon erfordern Gruppen von mehereren Personen, andere Techniken können allein ausgeführt werden. So gibt es z.B. schriftliche Übungen, Wortspiele, Improvisation.

Eine der wohl bekanntesten Kreativitätstechniken ist das „Brainstorming“. Brainstorming erzeugt innerhalb kurzer Zeit eine Vielzahl von neuen und ungewönlichen Ideen. Wenn Sie mit Ihrer Problemlösung noch ganz am Anfang stehen, aber eine relativ konkrete Fragestellung haben, dann lässt sich Brainstorming gut einsetzen. Im Prinzip können Sie diese Technik in allen Bereichen einsetzen. Brainstorming klappt auch besonders gut, wenn Experten aus verschiedenen Bereichen zusammenarbeiten müssen. Komplexe Probleme lassen sich damit allerdings eher schlecht lösen. Auch bei Spannungen innerhalb der Gruppe ist Brainstorming eher ungeeignet.

Sie benötigen zwischen vier und 20 Personen und einen Moderator oder eine Moderatorin der/die alle Vorschläge protokolliert. Außerdem benötigen Sie eine Flipchart oder Tafel auf der die Vorschläge notiert werden.

Das Brainstorming besteht aus zwei verschiedenen Phasen, der Ideenproduktion und der Bewertungsphase.

Dabei ist wichtig, dass in der Phase der Ideenproduktion keine Kritik erlaubt ist! Kein Vorschlag darf hier beurteilt werden. Alle Vorschläge sind willkommen, ganz egal, wie abgedreht sie sind. Bereits geäußerte Ideen dürfen bzw. sollen aufgegriffen und neukombiniert werden. Die Ideenproduktion sollte nicht mehr als fünf bis 30 Minuten dauern. Meistens werden jedoch schon nach fünf bis zehn Minuten weniger Vorschläge gemacht. Beenden Sie die Ideenproduktion aber noch nicht! Nach kurzer Zeit werden weitere, häufig viel originellere Vorschläge kommen.

Alle Vorschläge werden sofort vom Moderator notiert. Er sollte sich selbst nicht in das Brainstorming einmischen und auf keinen Fall selbst Vorschläge machen. Er sollte aber für eine angenehme Atmosphäre sorgen und die Gruppe immer wieder ermuntern, sich zu beteiligen. Der Moderator sollte darauf achten, dass die Ideen tatsächlich nicht beurteilt werden. Alle Vorschläge müssen von ihm aufgezeichnet werden – ohne jeglichen Kommentar und ohne sie zu ändern.

Nach der Ideenproduktion sollten Sie eine Pause machen – diese Pause kann ein paar Minuten lang sein, Sie können aber auch einen gesamten Tag pausieren und erst am nächsten Tag weitermachen.

In der Bewertungsphase ist sachliche Kritik erwünscht. Alle Ideen werden bewertet und auf Ihre Machbarkeit hin untersucht. Der Moderator muss dafür sorgen, dass die Bewertung sachlich verläuft.

Sie können zu Beginn entscheiden, ob Sie eine Vorauswahl treffen oder die Gruppe alle Vorschläge bewerten lassen. Sie können natürlich auch eine Reihenfolge festlegen oder auch nur eine einzige Idee auswählen, die dann von der Gruppe ausgearbeitet wird.

Varianten des Brainstorming:

  • Stop-and-go-Brainstorming
    Hier wechseln sich mehrere kurze Phasen der Ideenproduktion mit Bewertungsphasen ab (jeweils ca. fünf bis 10 Minuten)
  • Destruktiv-konstruktiv-Brainstorming
    Die Phase der Ideenproduktion wird hier unterteilt. Zuerst werden möglichst viele negative (destruktive) Vorschläge gemacht, die eine Lösung verhindern. Dann werden konstruktive Ideen produziert. Dadurch kann es sein, dass Ideen origineller werden.
  • Einzel-Brainstorming
    Hier machen Sie das Brainstorming ohne Gruppe, sondern allein. Dabei muss aber der Ablauf derselbe bleiben. Im ersten Schritt sollten Sie Ihre Ideen noch nicht bewerten. Dies geschieht dann erst in einem zweiten Schritt, mit dem Sie aber auch ein bis zwei Tage warten können.
  • Sandwich-Brainstorming
    Wechseln Sie hier zwischen Phasen der kollektiven und der individuellen Ideenproduktion.

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